Bökelberg

Mönchengladbach-Eicken · 1919 – 2006

Der Bökelberg

85 Jahre lang spielte Borussia Mönchengladbach in einer ehemaligen Kiesgrube an der Bökelstraße. Hier wuchs die Fohlen-Elf heran, hier brach ein Torpfosten, hier flog eine Büchse. Diese Seite erzählt die ganze Geschichte des Stadions, vom ersten Spatenstich bis zur Gedenkstätte.

Eröffnet 20.09.1919 Letztes Bundesligaspiel 22.05.2004 Höhe 61 m ü. NN
85Jahre Heimspiele
34.500Plätze zuletzt
25.778Stehplätze
8.722Sitzplätze
5Meistertitel
2UEFA-Pokale

Chronik

Von De Kull zum Kultort

Die wichtigsten Daten aus neun Jahrzehnten: Bau, Krieg, Schulden, Aufstieg, die goldenen Siebziger und der lange Abschied.

1914–1945

Westdeutsches Stadion

  1. Borussia kauft ein ausgebautes Kiesgrubengelände an der Bökelstraße. Im Volksmund heißt es „De Kull“, die Kuhle. Weil das Vereinsvermögen nicht reicht, wird der Bau über den Verkauf von Anteilsscheinen finanziert.

  2. Der Erste Weltkrieg stoppt die gerade begonnenen Arbeiten. Von 1916 bis Ende 1917 ruht auch der Spielbetrieb.

  3. Einweihung als „Westdeutsches Stadion“: modern für seine Zeit, mit Einzäunung, Kassenhäuschen und Drainage. Das Spielfeld liegt in Nord-Süd-Richtung.

  4. Im Zweiten Weltkrieg werden große Teile der Anlage zerstört.

1945–1964

Wiederaufbau

  1. Die britische Armee nutzt das Gelände zunächst für eigene Zwecke. Erst ab 1952 werden die Kriegsschäden nach und nach beseitigt.

  2. Borussia ist bei der Stadt so hoch verschuldet, dass der Verein das Stadion an die Stadt Mönchengladbach abgeben muss. Ehrgeizige Ausbaupläne bleiben liegen.

  3. Der erste DFB-Pokalsieg ändert alles. Die Stadt investiert, das Stadion fasst nun rund 32.000 Zuschauer, davon etwa 25.000 auf nicht überdachten Stehplätzen.

  4. RP-Sportredakteur Wilhelm August Hurtmanns prägt den Namen „Bökelberg“. Vorbild war wohl der Betzenberg in Kaiserslautern, der allerdings 286 Meter hoch ist. Der „Gipfel“ der Bökelstraße liegt bei 61 Metern.

  5. Erster kompletter Umbau: Drei Seiten erhalten feste Ränge, auf der Ostseite entsteht eine Stahlrohrtribüne.

  6. Hennes Weisweiler unterschreibt seinen Trainervertrag am Bökelberg und steht Anfang Mai erstmals mit der Mannschaft auf dem Platz.

1965–1979

Die goldene Zeit

  1. Aufstieg in die Bundesliga, gemeinsam mit dem FC Bayern. Die junge Mannschaft heißt bald nur noch „die Fohlen“.

  2. Erstmals wird am Bökelberg das FohlenEcho verkauft, eine der ältesten Stadionzeitschriften der Bundesliga.

  3. Das erste Bundesliga-Duell mit Dortmund endet 4:5. Schiedsrichter Herbert Lutz pfeift fünf Elfmeter, bis heute Bundesliga-Rekord.

  4. Die Westtribüne bekommt ein Dach, im August folgt die erste Flutlichtanlage.

  5. 4:3 gegen den Hamburger SV vor 32.000 Zuschauern am vorletzten Spieltag. Die erste Deutsche Meisterschaft ist perfekt.

  6. Der Pfostenbruch gegen Werder Bremen. Am Saisonende verteidigt Borussia trotzdem als erster Verein der Bundesliga-Geschichte den Titel.

  7. 7:1 gegen Inter Mailand, das Büchsenwurfspiel. Die UEFA annulliert das Ergebnis.

  8. Der neu aufgeschüttete Ostwall, eine Erdwall-Konstruktion, wird zum Spiel gegen den FC Bayern eingeweiht.

  9. UEFA-Pokal-Finale gegen den FC Liverpool: 2:0 im Gewitter am Bökelberg, nach 0:3 im Hinspiel reicht es knapp nicht.

  10. Die erste elektronische Anzeigetafel geht in Betrieb. 1993 wird sie ersetzt.

  11. Drei Meisterschaften in Folge, dazu der UEFA-Pokal 1975. Allan Simonsen wird 1977 Europas Fußballer des Jahres.

  12. Die alte Haupttribüne wird abgerissen. Die neue ist doppelstöckig, ihr Dach hängt an Stahlseilen zwischen zwei achteckigen Stahlplatten-Masten. Einweihung im Oktober 1978, mit 8.722 Sitzplätzen. Es ist die letzte Ausbaustufe.

  13. Zweiter UEFA-Pokal, entschieden durch einen Elfmeter von Allan Simonsen im Rückspiel gegen Roter Stern Belgrad.

1980–2004

Zu klein für die neue Zeit

  1. Das alte, 1978 abgebaute Stadiondach landet im Guinness-Buch der Rekorde: als einziges Stadiondach, das man kaufen konnte.

  2. Ein kompletter Umbau des Stadions scheitert am Widerstand der Anwohner. Das Wohngebiet lässt keinen Platz für mehr Kapazität.

  3. DFB-Pokalsieg, der letzte große Titel der Bökelberg-Ära.

  4. Die britische Rheinarmee gibt ihr Material- und Fahrzeuglager im Nordpark auf. Damit ist ein Standort für ein neues Stadion gefunden.

  5. Erster Spatenstich für den Borussia-Park, rund sieben Kilometer vom Bökelberg entfernt.

  6. Letztes Bundesligaspiel: 3:1 gegen 1860 München. Das letzte Bundesligator am Bökelberg schießt Arie van Lent.

2004–2019

Abriss und Erinnerung

  1. Die Demontage beginnt. Fans können Sitzschalen und anderes Inventar ersteigern.

  2. Das allerletzte Spiel: Borussias U23 schlägt den Bonner SC in der Oberliga Nordrhein 5:0. René Schnitzler trifft in der 86. Minute zum letzten Tor überhaupt.

  3. Der Abriss beginnt mit Wellenbrechern, Verkaufsbuden und Werbebanden.

  4. Die Sprengung der Haupttribüne scheitert zunächst. Erst als die Halteseile von Hand durchtrennt sind, fällt sie um 15:22 Uhr.

  5. Der letzte Flutlichtmast wird gekippt und fällt wie geplant in die Mitte des Stadions.

  6. Auf dem Gelände entsteht eine Wohnsiedlung. Das letzte Grundstück wird am 30. Dezember 2014 verkauft.

  7. Stadt und Verein eröffnen an der Bökelstraße eine Gedenkstätte für das Stadion.

Das Stadion

Ein brodelnder Kasten

Drei steile, offene Stehränge und eine Tribüne an Stahlseilen. Wer in die Kurve wollte, stieg erst die Treppen hinauf und blickte dann von oben in die Kuhle hinab.

Schematischer Grundriss des Bökelbergstadions mit Nordkurve, Haupttribüne im Westen, Ostwall und Südkurve NORDKURVE SÜDKURVE HAUPTTRIBÜNE (W) OSTWALL N ↑ · Spielfeld in Nord-Süd-Richtung
Schematische Darstellung, nicht maßstäblich. Gelbe Achtecke: die Masten, an denen das Tribünendach hing.
N

Nordkurve

Die Heimat der treuesten Fans und der Ort, von dem aus 1971 das Gelächter über den gefangenen Herbert Laumen durchs Stadion rollte. Ihre Terrassen sind bis heute erhalten.

W

Haupttribüne

1966 überdacht, 1978 komplett neu gebaut: zwei Ränge, 8.722 Sitzplätze, das Dach an Stahlseilen zwischen zwei achteckigen Masten. So stabil, dass sie 2006 ihre eigene Sprengung überstand.

O

Ostwall

Ab 1962 eine Stahlrohrtribüne, ab 1972 ein aufgeschütteter Erdwall. Ein kleiner Hügel an dieser Stelle blieb nach dem Abriss noch eine Weile stehen.

S

Südkurve

Offener Stehrang gegenüber der Nordkurve. Auch ihre Terrassen sind heute als begrünter Weg in die Siedlung eingebunden.

Fassungsvermögen im Wandel

1960 nach dem Pokalsiegca. 32.000
Stehplätze (Endausbau)25.778
Sitzplätze (Endausbau)8.722
Gesamt bis 200434.500

Legendäre Spiele

Abende, die bleiben

Siege, Niederlagen, Annullierungen: Am Bökelberg entstanden einige der bekanntesten Geschichten des deutschen Fußballs.

Borussia4:5Dortmund

11. September 1965 · Bundesliga

Die Elfmeter-Orgie

Im fünften Bundesligaspiel überhaupt verliert der Aufsteiger gegen den Pokalsieger. Schiedsrichter Herbert Lutz zeigt fünfmal auf den Punkt. Dortmunds Kapitän Wolfgang Paul verschuldet alle drei Gladbacher Strafstöße. Beim Stand von 4:5 trifft Egon Milder mit dem letzten Elfmeter nur die Latte.

34.000 Zuschauer5 Elfmeter · Rekord
Borussia4:3Hamburg

30. April 1970 · Bundesliga, 33. Spieltag

Der erste Titel

Laumen, Vogts, Köppel und Bleidick schießen eine 4:0-Führung heraus. Der HSV kommt noch auf 4:3 heran, doch die erste Deutsche Meisterschaft der Vereinsgeschichte ist gesichert.

32.000 ZuschauerMeister 1970
Borussia1:1Werder

3. April 1971 · Bundesliga, 27. Spieltag

Der Pfostenbruch vom Bökelberg

Kurz vor Schluss steht es 1:1. Herbert Laumen springt nach einem Freistoß von Günter Netzer in das Bremer Tor, verfängt sich im Netz und zieht sich daran hoch. Der linke Pfosten bricht in Bodennähe, das ganze Gehäuse kippt um, Laumen liegt darin wie ein Fisch. Ein Ersatztor gibt es nicht. Schiedsrichter Gert Meuser, in seinem vierten Bundesligaspiel, bricht nach zwölf Minuten Wartezeit in der 88. Minute ab.

Das DFB-Sportgericht wertet die Partie am 29. April mit 2:0 für Bremen und verhängt 1.500 Mark Geldstrafe. Borussia wird trotzdem Meister. Danach ersetzen alle Bundesligisten ihre Holztore durch Aluminiumtore. Der gebrochene Pfosten liegt heute im Vereinsmuseum.

Tore: Köppel 7′, Hasebrink 17′Wertung 0:2Ende der Holztore
Borussia7:1Inter

20. Oktober 1971 · Europapokal der Landesmeister, Achtelfinale

Das Büchsenwurfspiel

Vor 27.000 Zuschauern, darunter rund 5.000 Italiener, führt Borussia nach 21 Minuten 2:1. In der 29. Minute trifft eine von den Rängen geworfene Cola-Dose Inters Stürmer Roberto Boninsegna am Kopf. Er wird auf einer Trage vom Platz gebracht. Inter spielt am Ende zu neunt, Gladbach spielt sich in einen Rausch und gewinnt 7:1.

Inter legt Protest ein, die UEFA annulliert das Ergebnis. Nach dem 2:4 in Mailand endet das Wiederholungsspiel im Berliner Olympiastadion 0:0, Borussia scheidet aus. Ob Boninsegna simuliert hat, wird bis heute diskutiert. Die Dose steht im Vereinsmuseum, das Spiel gilt vielen als bestes der Vereinsgeschichte.

27.000 ZuschauerAnnulliertWiederholung: 0:0 in Berlin
Borussia2:0Liverpool

23. Mai 1973 · UEFA-Pokal, Finalrückspiel

Gewitter am Bökelberg

Das Hinspiel an der Anfield Road war erst wegen Regens abgebrochen worden, das Wiederholungsspiel ging 0:3 verloren. Im Rückspiel bringt Jupp Heynckes Borussia mit zwei Toren (29., 40.) im strömenden Gewitter ganz nah heran. Zum Pokal fehlt ein Tor.

Gesamt 2:3Heynckes 2×
Borussia3:11860

22. Mai 2004 · Bundesliga, 34. Spieltag

Das letzte Bundesligaspiel

Der Abschied nach 85 Jahren Heimspielen an der Bökelstraße. Arie van Lent erzielt das letzte Bundesligator im Stadion. Borussia beendet die Saison auf Platz 11, die Löwen steigen ab.

Letztes Tor: van LentAbschied

Zu groß für den Berg

Große Spiele in der Fremde

Bei Umbauten oder großem Andrang wich Borussia ins Düsseldorfer Rheinstadion aus. Zwei der berühmtesten Ergebnisse der Vereinsgeschichte fielen deshalb nicht am Bökelberg.

  • 12:0 gegen Dortmund29. April 1978, am letzten Spieltag, wegen des Tribünenneubaus in Düsseldorf. Fünf Tore von Jupp Heynckes in seinem letzten Ligaspiel, schon zur Pause 6:0. Höchster Sieg der Bundesliga-Geschichte. Weil Köln 5:0 beim FC St. Pauli gewann, fehlten drei Tore zur Meisterschaft.
  • Pokalfinale 19732:1 nach Verlängerung gegen den 1. FC Köln, im Rheinstadion auf neutralem Platz. Günter Netzer wechselt sich selbst ein und schießt das Siegtor.
  • UEFA-Pokal 1979Nach dem 1:1 in Belgrad entscheidet Allan Simonsen das Rückspiel gegen Roter Stern am 23. Mai 1979 per Foulelfmeter, vor 45.000 Zuschauern in Düsseldorf.

Die Fohlen-Elf

Die Mannschaft, die den Berg berühmt machte

Jung, schnell und angriffslustig: Aus konsequenter Nachwuchsarbeit wuchs in den Sechzigern eine Generation heran, von der sechs Spieler 1974 Weltmeister wurden.

1964
–1975

Der Trainer

Hennes Weisweiler

Der Ausbilder der Trainer an der Sporthochschule Köln führte die junge Mannschaft auf Anhieb in die Bundesliga und spielte mit ihr technisch starken Konter- und Angriffsfußball. Unter ihm gewann Borussia die Meisterschaften 1970, 1971 und 1975, den DFB-Pokal 1973 und den UEFA-Pokal 1975. Er stand in 404 Pflichtspielen an der Seitenlinie.

MF

Günter Netzer

Spielmacher und Kapitän mit den langen Haaren. Seine Freistöße führten zum Pfostenbruch, seine Selbsteinwechslung zum Pokalsieg 1973.

ST

Jupp Heynckes

168 Bundesligatore in 226 Spielen von 1970 bis 1978. Später auch Trainer am Bökelberg (1979–1987).

AB

Berti Vogts

Der „Terrier“, Verteidiger der ganzen goldenen Ära und Weltmeister 1974.

TW

Wolfgang Kleff

Torwart der Fohlen-Elf: fünf Meisterschaften, ein Pokalsieg, zwei UEFA-Pokale. Bei der Sprengung 2006 war er dabei.

MF

Rainer Bonhof

Mit 19 Jahren dabei beim 7:1 gegen Inter. Weltmeister 1974, später Vizepräsident des Vereins.

ST

Allan Simonsen

Der Däne wurde 1977 Europas Fußballer des Jahres und entschied 1979 das UEFA-Pokal-Finale.

MF

Herbert Wimmer

„Hacki“, unermüdlicher Läufer: 366 Bundesligaspiele, fünf Meistertitel, Pokal- und UEFA-Pokal-Sieger.

ST

Herbert Laumen

Torjäger der ersten Meisterjahre und für immer „Herr Pfostenbruch“.

Deutscher Meister1970 · 1971 · 1975 · 1976 · 1977
DFB-Pokal1960 · 1973 · 1995
UEFA-Pokal1975 · 1979

Kurioses

Was man über den Bökelberg wissen sollte

Ein Berg ohne Berg, ein Dach zum Kaufen und eine Tribüne, die nicht fallen wollte.

61 m

Der Berg, der keiner ist

Der höchste Punkt der Bökelstraße liegt gerade einmal 61 Meter über dem Meer. Der Name „Bökelberg“ war eine Erfindung der Lokalpresse.

De Kull

Ein Stadion in der Grube

Vor dem Stadion war hier eine Kiesgrube. Daher der alte Name „De Kull“, und daher lag das Spielfeld tiefer als die Straße. Eine Straße in der heutigen Siedlung heißt „In de Kull“.

Alu

Schluss mit Holz

Nach dem Pfostenbruch von 1971 schafften alle Bundesligisten ihre Holztore ab und stellten auf Aluminium um.

1982

Ein Dach im Guinness-Buch

Das alte Stadiondach wurde nach dem Tribünenneubau verkauft und kam als einziges käufliches Stadiondach ins Guinness-Buch der Rekorde.

15:22

Die Tribüne wehrt sich

Bei der Sprengung am 7. März 2006 sollten die Mastfüße so nachgeben, dass das Dach mitfällt. Es hielt. Erst nach dem Durchtrennen der Halteseile stürzte die Tribüne, Stunden später als geplant.

2 von 69

Ein Mythos als Ladenhüter

Die Stadt hoffte auf bis zu 20 Millionen Euro für die Bauplätze. Bis 2008 waren erst zwei von 69 Parzellen verkauft. Erst Ende 2014 ging das letzte Grundstück weg, unter anderem an zwei frühere Borussia-Profis.

Abschied

Die letzten Tage

Das Stadion lag mitten in einem Wohngebiet und ließ sich nicht erweitern. Als der Borussia-Park mit rund 54.000 überdachten Plätzen fertig war, begann der lange Abschied vom Bökelberg.

Abpfiff Bundesliga

3:1 gegen 1860 München. Letzter Bundesliga-Torschütze: Arie van Lent.

Allerletztes Spiel

Die U23 schlägt den Bonner SC 5:0. René Schnitzler trifft in der 86. Minute zum letzten Tor.

Die Sprengung

Die Haupttribüne fällt erst nach dem Durchtrennen der Seile, um 15:22 Uhr.

Der letzte Mast

Der letzte Flutlichtmast fällt am Vormittag in die Mitte des Spielfelds.

85 Jahre. Eine Kuhle. Unzählige Geschichten.

Heute

Wohnen in der Kurve

Wo früher die Kurven tobten, stehen heute rund siebzig ein- und zweigeschossige Wohnhäuser. Die Form des Stadions ist geblieben.

Die Siedlung liegt auf zwei Ebenen mit etwa zehn Metern Höhenunterschied: unten auf dem früheren Spielfeld und dem Gelände des Ostwalls, oben jenseits der einstigen Haupttribüne. Dazwischen verlaufen die erhaltenen und begrünten Terrassen der Nordkurve, der Haupttribüne und der Südkurve als öffentlicher Grünzug.

Wer heute von der Stelle der Nordkurve blickt, erkennt die Stadionstruktur noch gut. An der Haupttribüne führt eine Treppenanlage nach oben, die den alten Aufgängen nachempfunden ist. Die Straßennamen „In de Kull“ und „Auf dem Bökelberg“ erinnern an die Geschichte.

Der Landschaftsverband Rheinland führt das frühere Stadion in seiner Kulturlandschafts-Datenbank KuLaDig. Im Januar 2019 war es dort „Objekt des Monats“.

Gedenkstätte seit 2. Dezember 2019

Die Ecke, die bleibt

Stadt und Verein haben an der Bökelstraße eine Gedenkstätte gestaltet: eine Spielfeldecke aus Kunstrasen, dahinter ein Stück Tribüne mit dargestellten Zuschauern. Darüber hängt die Anzeigetafel mit einem Spielstand, der sich nie mehr ändert.

Borussia1Gäste0
AdresseBökelstraße / In de Kull / Auf dem Bökelberg, 41063 Mönchengladbach-Eicken
Koordinaten51,2090° N · 6,4390° O
HinweisWohngebiet ohne eigenen Parkplatz. Für einen Rundgang reichen 30 bis 60 Minuten. Bitte Rücksicht auf die Anwohner nehmen.

Weiterlesen

Bücher und Quellen

Diese Seite fasst veröffentlichte Quellen zusammen. Wer tiefer einsteigen will, findet hier die wichtigsten Werke und Fundstellen.

Bücher

  • Markus Aretz: Mythos Bökelberg. Geschichte eines Stadions. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2003.
  • Markus Aretz, Michael Lessenich, Matthias Rech: Der Büchsenwurf vom Bökelberg. Die ganze Geschichte. Verlag Die Werkstatt, 2021.
  • Christoph Buckstegen: Letzter Spieltag Bökelberg. 2013, 144 Seiten, 65 Fotos.
  • Werner Skrentny: Es war einmal ein Stadion. Verschwundene Kultstätten des Fußballs. Göttingen 2015.
  • Burkhard Fritsche: Pfostenbruch und Fohlenfieber. Szenen aus 100 Jahren Borussia Mönchengladbach. Die Werkstatt, 2000.

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